30. September 2020
Aktualisiert am 07. Oktober

UX Design als Google Ranking Faktor?

Beim UX Design geht es um die Nutzererfahrung auf einer Webseite. Erfahre hier, wie UX das Ranking beeinflusst und wie du deine Webseite dahingehend optimieren kannst.

Person liegend am See mit Smartphone in der Hand

Google hat für 2021 auch eine Neuerung in diesem Bereich angekündigt: Page Experience als Ranking Faktor. UX Design hängt aber schon heute mit SEO zusammen. Wie genau, erfährst du hier im Text. Dafür sollten wir zunächst aber klären, was UX Design überhaupt bedeutet.

Was ist UX Design?

UX Design ist die Abkürzung für User Experience Design. UX heißt auf Deutsch so viel wie Nutzererlebnis oder Nutzererfahrung. Es umfasst alle Eindrücke eines Nutzers in der Interaktion mit einem Produkt (im weitesten Sinn), die heute oft schon weit vor dem Kauf beginnen.

Der Ausdruck User Experience wird sehr oft im Zusammenhang mit Webseiten oder Apps verwendet. Eigentlich gehören alle Arten von Interaktionen mit Produkten dazu (auch mit physischen und nicht digitalen Produkten und Dienstleistungen).

In diesem Artikel werden wir den Fokus auf UX Design im Hinblick auf Webdesign legen. Denn das Internet hat sich seit seinen Anfängen von statischen und passiv zu konsumierenden Inhalten hin zu einem Raum für Interaktivität entwickelt. So wurde eine Anpassung an die steigenden Erwartungen der Nutzer notwendig und damit auch das UX Design.

Warum UX Design?

Kurz gesagt: UX Design hat zum Ziel, die Erfahrung der Nutzer zu verbessern. Diese sollen so schnell und einfach wie möglich an ihr gewünschtes Ziel kommen. Das heißt, Nutzer sollen sich während der gesamten Customer Journey wohlfühlen - schon vor dem Kauf bis hin zum Ende der Nutzung eines Produktes/eines Dienstes.

Illustration eines Park-Weges und daneben ein Fußpfad durch eine Grünfläche.
Die tatsächliche User Experience unterscheidet sich vom Design, wenn beides nicht auf einander abgestimmt ist.

UX Design spielt bei der Entwicklung von Produkten und Services eine erhebliche Rolle. Und im Laufe der Zeit haben sich hier auch im Bereich Homepage-Erstellung die Anforderungen der Nutzer verändert - und sie tun es immer noch laufend. Zum Beispiel hinsichtlich Endgerät, mit dem eine Webseite genutzt wird. So lag der Fokus früher auf der UX bei Zugriffen von Desktop-Geräten. Heute ist auch die mobile User Experience nicht mehr wegzudenken bzw. sogar vorrangig (Stichwort Mobile First).

Wofür UX Design gut ist, lässt sich gut anhand von Fragen erklären, die bei der Entwicklung einer Webseite an diese gestellt werden können. All diese Punkte sind Teilbereiche des UX Design.

  • Bietet die Webseite dem Nutzer einen Mehrwert? (Diese Frage solltest du unbedingt mit einem “Ja” beantworten können!). Wie sieht dieser Mehrwert aus?
  • Kann die Webseite (oder App) von Usern einfach und intuitiv bedient werden?
  • Wird zur Interaktion mit der Webseite/der App angeregt? Macht die Interaktion Spaß?
  • Ist die Webseite/die App optisch ansprechend?

Teilbereiche von UX Design

UX Design lässt sich je nach Quelle grob in drei bis vier Teilbereiche untergliedern, nämlich in das visuelle Design, die Informationsarchitektur, das Interaktionsdesign und die Usability. Der letzte Begriff wird häufig fälschlicherweise synonym zu UX verwendet (dazu gleich noch mehr).

Interessantes am Rande: Schon in vorchristlicher Zeit beurteilte der römische Ingenieur Vitruv das Design von Produkten nach den Eigenschaften Festigkeit, Nützlichkeit und Schönheit. (Gut, zugegeben - er meinte damit höchstwahrscheinlich Architektur, trotzdem - der Gedanke ist nicht neu).

UX ist ein Gebiet, an dem viele Disziplinen beteiligt sind. Es geht etwa um Psychologie, die Interaktion zwischen Mensch und Computer, um visuelles Design und auch um Software-Entwicklung.

Achtung Verwechslungsgefahr: Was ist der Unterschied zwischen UI und UX Design?

User Experience Design ist der Oberbegriff - User Interface Design ist ein Teilbereich davon. Bei UX geht es eher ums Analytisch-Technische, während sich im UI alles ums Grafisch-Visuelle dreht.

UI gehört also zu UX. Die beiden sind untrennbar miteinander verbunden, aber nicht dasselbe. Angeblich gehören die beiden Begriffe zu den am häufigsten falsch verwendeten im Bereich Web. UI ist das was die User sehen und wahrnehmen, aber es ist nur die Spitze des Eisberges namens UX. Im Gegensatz zum Bereich UX, der auch abseits des Web- bzw. IT-Bereiches von Bedeutung ist, ist UI ein Begriff, der rein der digitalen Welt angehört.

Beide Bereiche sollten Hand in Hand gehen. Stell dir eine Webseite vor, die gut funktioniert, aber ein unglaublich schlechtes oder absolut nicht ansprechendes Design hat (zum Beispiel eine schlecht lesbare Schrift oder Farben, die in den Augen schmerzen). Eine solche Seite wird üblicherweise nicht gerne besucht und wenn doch, dann gleich wieder verlassen. Genauso wie eine Webseite mit schönem Design, die aber nicht funktioniert (Links, die ins Nichts führen, Seiten, die nicht laden,...).

Das alles ist zwar schön und gut - aber was haben diese Dinge mit deiner Suchmaschinen-Platzierung zu tun?

Laptop am Tisch Illustriert SEO-Maßnahmen
UX-Design wird mit der SEO-Strategie abgestimmt.

Ist UX Design ein SEO-Ranking-Faktor?

UX zählt im Moment noch nicht zu den klassischen Google Ranking Faktoren - spielt aber beim Ranking trotzdem eine wichtige Rolle. Das wird sich im Jahr 2021 ändern - Google hat angekündigt, Page Experience als neuen Ranking Faktor einzuführen. Geplant war die Einführung schon früher, aber aufgrund der Corona-Situation hat Google Webseitenbetreibern und SEO-Experten eine Schonfrist eingeräumt. Rechtzeitig vor dem Start (sechs Monate davor) soll es dazu nochmals eine Information von Google geben. Wie du dich darauf vorbereiten kannst, fassen wir für dich in einem eigenen Artikel zum Thema Page Experience zusammen.

Aber zurück zur aktuellen Situation.

Suchmaschinenoptimierung sollte schon bei der Entwicklung einer Webseite bedacht werden. Denn wozu veröffentlichst du eine perfekt konzipierte Webseite, wenn sie dann niemand findet? SEO kann also als Teilbereich von User Experience Design betrachtet werden. Es sorgt für die Auffindbarkeit deiner Homepage.

Durch nutzerfreundliches, intuitives Design kannst du die Verweildauer auf deiner Webseite erhöhen. Das funktioniert etwa durch leicht erfassbare Inhalte und einen logischen Aufbau. Auch eine gut strukturierte und simple Navigation sowie eine optisch ansprechende, nicht zu überladene Seite tragen zu einem user-friendly Design bei.

Das Gute dabei? Zufriedene Webseitenbesucher werden häufiger zu zahlenden Kunden! Und UX Design ist eine aktive Optimierung der Nutzerzufriedenheit, was idealerweise die Conversion-Rate erhöht. Außerdem kann dadurch die Kundenbindung erhöht werden - heißt: Nutzer kommen gerne wieder.

UX Design und OnPage Optimierung

Gelungenes UX Design ergibt in Kombination mit SEO ein besseres Webseiten-Ranking. 

Für die Frage, wie gut dein Webdesign bereits auf User Experience ausgerichtet ist - dafür gibt es leider nicht direkt einen Wert, der dir das verrät.

Wie kann ich feststellen, ob meine Webseite ein gutes UX Design hat?

Eine klare Kennzahl für gutes UX Design gibt es nicht. Die gute Nachricht: Es gibt ein paar Werte, die auf ein gelungenes UX Design hinweisen, nämlich die Verweildauer, die Seitenaufrufe und die Absprungrate.

  • Verweildauer: Wie lange bleiben Nutzer auf deiner Seite? Eine lange Verweildauer deutet darauf hin, dass sie zufrieden sind, mit den Inhalten, die sie vorgefunden haben (und die Seite nicht schnell wieder verlassen, um weiterzusuchen)
  • Seitenaufrufe: Von wie vielen Menschen wird deine Webseite aufgerufen? Sind es wiederkehrende Besucher?
  • Absprungrate: Wie viele Besucher kommen auf deine Webseite und verlassen sie wieder, ohne sich weiter umzusehen? Eine Steigerung davon ist das sogenannte Pogo-Sticking, bei dem User eine Seite sofort wieder verlassen.

Wenn du Google Analytics verwendest, kannst du dir diese Werte ganz einfach für jede deiner Seiten ansehen. 

Tipps für UX Design und SEO

Businessfrau am Analytics Dashboard
  • Ein Tipp, den du hinsichtlich deiner Webseite immer beachten solltest und der auch auf die noch folgenden Tipps zutrifft, ist: Denk an deine User! Wie kannst du ihnen einen Mehrwert bieten? Wie finden sie so schnell und angenehm wie möglich, was sie suchen?
  • Teste deine Webseite am besten mit Endbenutzern. Kommen sie mit dem Design zurecht? Ist alles Wichtige auffindbar? Gefällt die Optik?
  • Halte deine Webseite einfach - sowohl was das Design betrifft, als auch die Nutzung (simple & easy).
  • Optimiere deine Ladezeit (Page Speed). Die meisten deiner Webseitennutzer sind ungeduldig und springen wieder ab, wenn eine Seite zu lange lädt.

Google UX Playbooks

Wer sich gerne intensiver damit beschäftigen möchte, was Google hinsichtlich UX als vorbildlich ansieht, kann sich durch die Google UX Playbooks zu unterschiedlichen Branchen wühlen. Diese “Collection of best practices to delight your users” zeigt dir, was du tun kannst, um deine Webseitennutzer zufriedenzustellen. Diese eigentlich für Google intern gedachten Dokumente wurden Ende 2018 geleaked. Hier wird gezeigt, wie nutzerfreundliche Webseiten aussehen.

Fazit zu UX Design als Google Ranking-Faktor

User Experience Design ist im Moment kein wirklicher Ranking-Faktor. Allerdings wirkt sich ein gutes UX Design indirekt positiv auf dein Ranking aus. Denn wenn deine Webseite bei deinen Besuchern gut ankommt, dann ist das auch bei deiner Suchmaschinenplatzierung spürbar - eine Aufwärtsspirale also!