04. Januar 2021
Aktualisiert am 26. Februar

Was ist der Mobile First Index?

Wer die eigene Webseite noch nicht für mobile Geräte optimiert hat, für den wird es höchste Zeit. Denn jetzt steigt Google endgültig auf den Mobile First Index um. Das heißt, die Suchmaschine zieht beim Erstellen des Index nur Inhalte aus der mobilen Version heran.

Das bedeutet für all jene, die noch keine Webseite mit responsive Design oder mobilfreundlichem Design haben: Rankingverluste und damit weniger Traffic. Was es genau mit dem Mobile First Index auf sich hat und was  das für deine Webseite bedeutet, erfährst du in dem Artikel.

Schon 2016 hat Google das erste Mal angekündigt, auf den sogenannten Mobile First Index umzusteigen. Jetzt ist es endgültig so weit. Ein schrittweiser Umstieg fand schon statt - seit 2019 ist der Index Standard für neue Domains. Nun sollten auch bestehende Webseiten für Mobilgeräte optimiert werden. Was es mit dem Mobile First Index auf sich hat, wie er funktioniert und was das für deine Webseite bedeutet, erfährst du in diesem Artikel.

Wie funktioniert der Mobile First Index?

Die Online-Zugriffe von mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets nehmen laufend zu. Google reagierte auf diese Veränderung mit dem Mobile First Index. Das heißt, dass die Suchmaschine für das Zusammenstellen des Index vorrangig die Informationen heranzieht, die auf der mobilen Version einer Seite zu finden sind. Um das zu verstehen, sollten wir kurz einen Blick auf das Thema Indexierung werfen.

Suchmaschinen wie Google setzen sogenannte Crawler (auch Bots genannt) ein, um das Internet nach Inhalten zu durchsuchen. Die aufgefundenen Inhalte werden dann in den Index der Suchmaschine aufgenommen. Das dient - ähnlich wie in einer Bibliothek - dazu, dass du bei einer bestimmten Suchanfrage, die du als User über Google stellst, möglichst schnell die relevantesten Inhalte als Ergebnisse erhältst.

Beim Mobile First Index ist es so, dass der Bot vorrangig die Inhalte crawlt, die auf der mobilen Version von Webseiten verfügbar sind. Auch bei Suchanfragen wird die Webseite aufgrund ihrer mobilen Version beurteilt, um diese in die Suchergebnisse aufzunehmen. Eine Beurteilung der Webseite erfolgt also praktisch aus Sicht eines Mobilgerät-Nutzers.

Dabei gibt es die zwei Begriffe Mobile First und Mobile Friendly, die zwar zusammenhängen, sich aber dennoch unterscheiden:

Mobile First: Der Begriff bezieht sich auf die Inhalte, die für die Zusammenstellung der Suchergebnisse herangezogen werden. Indexiert werden jene Inhalte, die beim Zugriff von mobilen Geräten verfügbar sind.

Mobile Friendly: Hier handelt es sich um einen Rankingfaktor. Bei einer Suchanfrage über Google wird der Google-Index nach relevanten Ergebnissen durchsucht und muss schließlich in eine Reihenfolge gebracht werden - das Ranking. Webseiten mit mobilfreundlichem Design werden bevorzugt und damit besser platziert.

Was passiert, wenn ich keine mobile Webseite habe?

Hat deine Webseite keine mobile Version, crawlt der Mobile Crawler die Desktop-Version. Das heißt, eine Webseite wird nicht plötzlich unsichtbar für Google. Auswirkungen hat es dennoch - und zwar im Ranking, das spürbar schlechter ausfällt.

Was in diesem Zusammenhang auch wichtig ist: Die Nutzerfreundlichkeit einer Webseite steht an oberster Stelle, auch für Suchmaschinen wie Google. Dazu gehört zum Beispiel, dass du deinen Webseitenbesuchern unabhängig vom Endgerät die gleichen Inhalte anbietest - und zwar in einem nutzerfreundlichen Design (auch UX-Design genannt). Wenn du schon einmal eine Webseite mit dem Smartphone aufgerufen hast, welche nicht auf mobile Geräte ausgerichtet war, weißt du, wie mühsam die Handhabung ist. Das erwähnt Google auch in dem Leitfaden mit Best Practices für die Mobile First Indexierung, der in diesem Zusammenhang herausgegeben wurde.

Ein Mobile First Design wird also bei steigenden Zugriffszahlen über mobile Endgeräte weiter an Wichtigkeit gewinnen. Die eigene Website optimieren zu lassen ist deshalb ratsam, um Besuchern weiterhin das bestmögliche Nutzererlebnis bieten zu können.

Wie kann eine Webseite für den Mobile First Index optimiert werden?

Die Optimierung der Webseite für den Mobile First Index kann auf unterschiedliche Arten umgesetzt werden:

  • Responsive Design: Bei einer Webseite mit responsive Design passt sich das Design der Webseite an das jeweilige Endgerät an - egal ob Desktop, Tablet oder Smartphone. Der Vorteil ist, dass die Inhalte der mobilen und der Desktop-Version hier zu 100 % übereinstimmen, was sowohl die Nutzer als auch Google freut.
  • Dynamic Serving: Dabei werden verschiedene Inhalte auf einer URL zur Verfügung gestellt. Das ist technisch ziemlich aufwändig, lohnt sich aber bei sehr komplexen internen Systemen.
  • Durch das Nutzen unterschiedlicher URLs für Zugriffe über ein Desktop- oder Mobilgerät. Hier muss beim Erstellen darauf geachtet werden, dass Suchmaschinen sich überschneidende Inhalte nicht als Duplicate Content werten. Denn das führt für gewöhnlich zu einer Abstrafung mit schlechteren Suchmaschinenergebnissen.

Um zum Beispiel die Usability einer Webseite beim mobilen Zugriff zu verbessern, war es lange üblich, in der mobilen Version weniger Inhalte als in der Desktop-Version anzubieten. Das heißt, manche Inhalte waren oder sind nur in der Desktop-Version verfügbar. Das Problem dabei: Mit der Bevorzugung mobiler Inhalte von Google führt das heute dazu, dass Content der Desktop-Version nicht mehr gerankt wird, obwohl er eigentlich relevant ist. Einfach, weil er in der mobilen Version der Webseite nicht existiert.

Wie weiß ich, ob meine Webseite den Mobile First Index schon nutzt?

Für all jene, die Google Search Console nutzen, ist die Antwort einfach: Google verschickt hier eine entsprechende Nachricht. Dabei wirst du darüber informiert, dass du ab jetzt mehr Traffic vom “Googlebot Smartphone” auf deiner Webseite feststellen wirst (unter “Crawling-Statistiken” in der Search Console). Außerdem werden die Hintergründe der Änderung in der Nachricht näher erklärt.

Ansonsten kannst du anhand der Google-Crawler, die deine Webseite durchsuchen, erkennen, ob die Mobile First Indexierung schon aktiv ist. Die Crawler-Aktivität wird hier zum Großteil vom Smartphone-Googlebot durchgeführt. Die Aktivitäten sind in den Logfiles deiner Webseite erkennbar. Diese Logfiles kannst du auch mit Tools wie Screamingfrog analysieren.

Fazit zum Mobile First Index

Ab März 2021 ist es so weit - für alle Webseiten, die noch nicht mobile-optimiert sind, müssen Betreiber mit Ranking-Verlusten und damit dem Einbruch von Besucherzahlen rechnen. Wenn du zu diesen gehörst, gibt es aber keinen Grund zur Panik. Nutz doch die Gelegenheit, um deine Webseite zu optimieren oder dir am besten eine responsive Webseite erstellen zu lassen, um dein Unternehmen angemessen zu repräsentieren.