31. März 2021
Aktualisiert am 31. März

Google Ranking: Auswirkungen von RankBrain auf Nutzerzufriedenheit und SEO

Google RankBrain ist ein Algorithmus der Suchmaschine Google, die zur Ermittlung der Ergebnisreihenfolge (Google Ranking) beiträgt und damit die Nutzererfahrung verbessern soll.

Was ist RankBrain?

Dieser Algorithmus ist ein Framework (Programmiergerüst), das die Google-Suche in bestimmten Bereichen unterstützt und hinsichtlich künstlicher Intelligenz fit für die Zukunft machen soll. Besonders bei Suchen mittels Fragesätzen, bei neuen Suchanfragen, bei umgangssprachlichen Begriffen und der Sprachsuche kommt es zum Einsatz und sorgt für spürbar bessere Ergebnisse. Das hat Einfluss darauf, wie Google die Relevanz von Suchergebnissen einstuft und das Ranking erstellt. Damit ist es auch für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Bedeutung.

Google RankBrain ist seit Anfang 2015 im Einsatz. In einem Interview bestätigte Google, dass es sich dabei um den drittwichtigsten Google Ranking-Faktor im Algorithmus handelt (neben Backlinks und dem Content). RankBrain versucht durch maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI), die Intention hinter Suchen, also die Nutzerintention zu erkennen. Das führt dazu, dass noch passendere Ergebnisse geliefert werden und sich somit die Nutzerzufriedenheit erhöht.

Wie funktioniert Google RankBrain?

Wie und mit welchen Mechanismen Google RankBrain arbeitet, lässt das Unternehmen offen - so wie bei anderen Updates und Änderungen bisher auch.

2015 klärte ein Google Mitarbeiter allerdings in einem Interview auf, dass RankBrain KI einsetzt, um große Mengen an geschriebener Sprache in mathematische Einheiten (Vektoren) einzubetten, die der Computer verstehen kann. Wird RankBrain mit einem Wort oder einer Phrase konfrontiert, die es nicht kennt, versucht die Maschine zu erraten, welche Wörter/Phrasen eine ähnliche Bedeutung haben könnten. Dementsprechend wird dann das Ergebnis gefiltert. So kann die Suchmaschine Suchanfragen, die ihr vorher noch nie gestellt wurden, interpretieren und viel effektiver bearbeiten.

Anfangs wurde das System laufend mit Daten gefüttert, inzwischen arbeitet es aber vollkommen selbstständig. Denn die künstliche Intelligenz dahinter lernt ständig dazu. Das “Google Gehirn” wird also immer besser und dessen Einfluss auf die Suchergebnisse damit tendenziell immer größer.

Google Ranking: Wozu ist Google RankBrain gut?

Bei Google gehen täglich mehrere Milliarden Suchanfragen ein. Davon sind etwa 15 % neu, also noch nie dagewesen. Diese neuartigen Anfragen sind eine große Herausforderung für die Suchmaschine, da sie nicht mit einer schon bekannten Vorgehensweise beantwortet werden können. Deshalb arbeitete das Unternehmen an einer künstlichen Intelligenz, um mit solchen Anfragen besser umgehen zu können. Schließlich wurde RankBrain erfolgreich eingeführt. Das System ist von großer Bedeutung für die Ermittlung der Relevanz von Inhalten für Suchanfragen.

Bevor es RankBrain gab, waren die Wörter, die in einer Suchanfrage benutzt wurden auch die Wörter, nach welchen der Algorithmus Dokumente im Index durchsucht hat. So sollte erraten werden, ob der Kontext zur Anfrage passt. Die Reaktion, die darauf von Suchmaschinenoptimierern kam? Fragwürdige On-Page-Optimierungsmaßnahmen wie etwa Keywordstuffing und One-Keyword-One-Page (eine eigene Seite für jedes Keyword) und ähnliche Methoden, um besser zu ranken. Google versteht - auch RankBrain sei Dank - Beziehungen zwischen Wörtern mittlerweile viel besser, was auch dafür sorgt, dass solche Techniken nicht mehr erfolgreich sind. Und das System lernt laufend dazu.

Google kann durch RankBrain jetzt folgende Aufgaben lösen:

  • Die Suchmaschine kann komplexe und mehrdeutige Suchanfragen verarbeiten (auch über eine Suche nach Longtail-Keywords hinaus)
  • Auch erstmalig gestellte Suchanfragen können zufriedenstellend bearbeitet werden.
  • Google erkennt jetzt Begriffe aus der Umgangssprache und neue Wortschöpfungen. (Beispielsweise interpretiert die Suchmaschine richtig, dass es bei der Anfrage “Kohle verdienen” nicht um Holzkohle geht, sondern um Geld).
  • Es können Dialoge verarbeitet werden.
  • Auch mit Spracheingaben (Voice Search) weiß Google umzugehen.
  • Das System misst, wie User mit Suchanfragen umgehen und passt den Algorithmus dementsprechend an.

Was hat Google RankBrain mit Nutzerzufriedenheit zu tun?

Google hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, was das Beantworten von Suchanfragen angeht, das liegt auch an Google RankBrain. Denn die Suchmaschine versteht durch die künstliche Intelligenz hinter RankBrain die Intentionen der suchenden Personen jetzt besser und liefert demnach treffendere Ergebnisse für deren Anliegen.

Google RankBrain unterscheidet sich von anderen Updates und Anpassungen von Google. Es handelt sich dabei nämlich nicht um ein einfaches Update des Algorithmus, sondern um ein eigenes System, das zum Einsatz kommt.

Wie auch schon mit dem Google Hummingbird Algorithmus Update im Jahr 2013 angestrebt wurde, soll auch RankBrain dafür sorgen, dass Zusammenhänge von Suchanfragen erkannt werden. Durch diese sogenannte “semantische Suche” kann von der Suchmaschine die Nutzerintention hinter gestellten Suchanfragen analysiert werden. So sollen auch komplexe Fragestellungen genau beantwortet werden.

Welche Faktoren beachtet RankBrain für das Google Ranking?

Google beobachtet dein Nutzerverhalten, um dir die besten Ergebnisse liefern zu können. Besonders ins Gewicht fallen dabei:

  • CTR: Click-through-Rate: Wie viele Klicks werden im Verhältnis zu den gesamten Seitenimpressionen getätigt? Wichtig ist, deinen Content klickbar zu machen. Denn die besten Inhalte nutzen nichts, wenn trotz guter Platzierung im Ranking niemand auf deine Beiträge klicken will. Hier sind gut gestaltete Snippets wichtig.
  • Verweildauer: auch Dwell-Time genannt. Wie lange hält sich ein Nutzer auf einer Webseite auf, bevor er sie verlässt?
  • Absprungrate/Pogo-Sticking: An welcher Stelle verlassen User deine Homepage wieder, ohne sich weiter umzusehen? Wenn Nutzer auf deine Seite klicken und sofort wieder weg sind, um stattdessen ein anderes Ergebnis auszuwählen, ist das schlecht für dich. Deine Seite wird dann wahrscheinlich durch Pogo-Sticking weiter nach unten gereiht.

Was bedeutet Google RankBrain für die SEO?

Wer sich mit SEO beschäftigt, sollte auch RankBrain mitbedenken. Denn es hat Auswirkungen auf die Art, wie Google entscheidet, welcher Inhalt relevant für eine Suchanfrage ist. Die Tendenz scheint zu sein, dass die Google Ranking Faktoren in jeder Nische anders gewichtet werden, je nachdem, worauf die jeweiligen Nutzer Wert legen.

Google RankBrain erkennt Zusammenhänge, wo ein einfacher Algorithmus nur Keywords sieht. Am wichtigsten für die Suchmaschinenoptimierung für RankBrain ist es, Content für Menschen zu schreiben (und nicht wie ein Computer zu klingen, der Texte mit Keywords vollstopft).

Denn Google optimiert seine Suchmaschine für Menschen, nicht für Maschinen. Deshalb ist die Interaktion zwischen Mensch und Suchergebnis wichtig. RankBrain liest Nutzersignale, wie es ein Mensch tun würde und versteht die Intention hinter dem Suchbegriff. Verbessert der angepasste Algorithmus die Ergebnisse für den Nutzer, nimmt die Suchmaschine eine Änderung vor, ansonsten geht es wieder zum Start.

Die Reihung der Ergebnisse ist aber noch komplexer. Es werden auch andere Faktoren vom “Google Gehirn” mit einbezogen - wie etwa der Standort des Nutzers. Dinge, die du schon öfter gesucht hast, scheinen auch weiter oben in den Ergebnissen auf. Ziel ist es einfach, dir durch das Erkennen deiner Suchintention die bestmöglichen Ergebnisse liefern zu können.

Das stellt die SEO vor Herausforderungen, ist aber auch ein unglaublicher Fortschritt. Wenn du es richtig angehst, kannst du es schaffen, so nicht nur für ein einzelnes Keyword zu ranken, sondern für eine ganze Reihe verwandter Suchbegriffe. Wichtig ist, der Suchmaschine den richtigen Kontext zu liefern, in denen deine Inhalte einzuordnen sind. Damit sind One-Keyword-One-Page Strategien (z.B. jeweils eine Seite für die Keywords Google Ranking, Google Ranking SEO, Google Ranking Faktoren, Ranking Faktoren Google...) der uralt-SEO endgültig Geschichte.

Content auf Webseiten ist immer schon relevant für gut funktionierende Webseiten. Doch wertvoller und gut aufbereiteter Content sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen nimmt weiterhin an Wichtigkeit zu. An erster Stelle steht hier immer der Mensch, der den Content rezipiert - also: Mensch vor Maschine. Stichwort: Mehrwert.

Muss ich jetzt meine komplette Keyword-Planung ändern?

Nein, musst du nicht. Wir empfehlen dir folgende Vorgehensweise:

  • Normale Keywordrecherche über Tools wie Ahrefs, Google Keyword-Planner,...
  • Gruppierung der Keywords nach Suchintention (Keywordcluster)
  • Plane pro Suchintention (oder sehr ähnliche Intention) eine eigene Seite
  • Durch die Recherche von Keywords solltest du auch wissen, welche Unterthemen diese Seiten beinhalten. Überleg dir, welche davon du behandeln solltest, um alles, was für das Thema relevant ist, abzudecken.
  • Die Themenseiten, die dabei herauskommen, gruppierst du am besten wieder. So kannst du ein Themengebiet (Topic Cluster) beispielsweise mit einer Pillar Page und dazugehörigem Content abdecken.

Ein Begriff, den du in deinen SEO-Wortschatz mit aufnehmen solltest, ist “Latent-Semantic Indexing-Keywords”, kurz: LSI-Keywords. Damit sind Keywords gemeint, die mit dem Hauptkeyword (Main Keyword) in Verbindung stehen können. Zum Beispiel können die Themen “Grill-Party” und “Rezepte” miteinander in Relation gebracht werden. Bei einem Blogbeitrag über eine Grillfeier wäre also ein LSI-Keyword zum Beispiel “Rezepte” oder auch “Getränke”, “Fleisch” oder “Beilagen”.

Content erstellen: ein Tipp hinsichtlich RankBrain

Vergiss die Keyworddichte (Keyword-Anteil in deinen Texten) bei der Erstellung von Content. Wichtig ist, dass dein Keyword bzw. eine leichte Abwandlung davon an diesen Stellen vorkommt:

RankBrain: Die künstliche Intelligenz für eine höhere Nutzerzufriedenheit bei Google

Fest steht, Google RankBrain ist ein sehr wichtiger Rankingfaktor für Google. Das heißt aber nicht, dass du deine komplette Suchmaschinenoptimierung umkrempeln musst. Denn dem System geht es um die beste Nutzererfahrung - wer diese bietet, wird auch belohnt.

Es geht um richtig guten Content, der relevant ist für bestimmte Suchintentionen, der sich gut lesen lässt und vertrauenswürdig ist. Und um diese positive Nutzererfahrung hast du dich ohnehin bis jetzt auch schon bemüht, richtig? ;-)